12 / 2013: Motion-Design – mehr als nur eine Notlösung

Zwei Kundenprojekte zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Motion-Design für moderne Unternehmenskommunikation sein kann. Wenn man darstellen will, was in einer hochkomplexen Maschine steckt, sind diese kleinen Videos manchmal der einzige Weg – oder, wenn eine Maschine mal kurzfristig auf der Messe ersetzt werden muss.

„Es half, den Schmerz über den Verlust der Maschine zu kompensieren“, sagte Manuel Sens, Marketing-Beauftragter bei Gehring Technologies, womit das neue Honzentrum “lifehone” gemeint war, das eigentlich auf der EMO in Hannover dieses Jahr präsentiert werden sollte. Eigentlich, denn statt der Maschine konnte man sich auf einer großen Monitorwand ein aufwendig gestaltetes Video ansehen, das in anderthalb Minuten 3D-Einsichten aus dem Inneren der lifehone offenbarte. Aber wo war die Maschine?

Der lange Weg von Peking nach Hamburg

Das neue Honzentrum war bereits auf der Messe in Peking präsentiert worden. Allerdings stand sie anschließend dort – entgegen aller Verträge – ungeschützt im Regen, wodurch sie anfing zu rosten. Die Präsentation auf dem Shanghaier Honsymposium war dadurch nur bedingt möglich und die Korrosion im Inneren der Maschine ging im Hafen von Shanghai, wo sie länger als geplant zwischengelagert wurde, munter weiter.

Als die Maschine endlich auf einem Schiff Richtung Europa unterwegs war, fingen kurz hinter dem Suez-Kanal mehrere Container Feuer. „Ab da hätte dann eigentlich nur noch ein Eisberg oder ein Meteoriteneinschlag bei uns für neue Aufmerksamkeit sorgen können“, kommentiert Nicolas Karagiozidis, ebenfalls Marketing, die beispiellose Verkettung unglücklicher Umstände. Um den entstandenen Schaden an dem Schiff zu überprüfen und eine sichere Weiterfahrt zu garantieren, musste ein ägyptischer Hafen angelaufen werden, was auch wieder viel Zeit in Anspruch nahm. Doch damit nicht genug, anstatt direkt Deutschland anzusteuern, musste das Schiff erneut an der britischen Küste einen weiteren Zwischenstopp einlegen. Als die Maschine endlich in Hamburg ankam, war die EMO schon vorbei – abgesehen davon, dass von der ehemaligen Spitzentechnologie nur noch ein rostiger Materialwert übrig geblieben war.

So entstand kurzfristig die Idee, die Präsentation der echten Maschine medial zu kompensieren – und zwar durch einen im Motion-Design erstellten Video-Loop auf einer neunteiligen Monitorwand in FullHD. Dafür wurden publikumswirksam 3-dimensionale Flüge, Video-Realfilmsequenzen, grafische Elemente der Corporate Communication und Textinformationen kombiniert. Fazit: Wenn alles schief geht, ist ein Video vielleicht kein Ersatz für eine Maschine, aber kurzfristig mehr als nur eine Notlösung.

Zu komplex für jedes andere Medium

Das lässt sich auch von einem weiteren Motion-Design-Video made by dege.kommunikation behaupten.

Wickert Presstech stand vor der Herausforderung, den Besuchern eines Fachkongresses eine Vorstellung von den technischen Abläufe innerhalb einer äußerst komplexen Fixturhärteanlage zu geben. Durch einen einfachen Videoclip wäre das nicht möglich, weil teilweise Schritte gleichzeitig auf verschiedenen Seiten bzw. innerhalb der verbauten Maschine ablaufen, man also immer nur Ausschnitte sehen kann und unweigerlich die Orientierung verliert.

Hier war unser Motion-Design die einzige Lösung: Eine dramaturgisch aufbereitete Kombination von Realfilmsequenzen und 3D-Animation, Erklärungen via Splitscreen und räumliche Übersichtsdarstellungen zur Orientierung. „Das Video zeigt einfach klar, was in der Maschine passiert und unsere Kunden bekommen eine gute Vorstellung davon, wie diese Prozesse aussehen“, berichtet Geschäftsführer Hans-Joachim Wickert nach der erfolgreichen Kongressveranstaltung: „Durch das Design erscheint das Ganze sehr hochwertig und das hilft uns natürlich im Verkauf.“

Knapp drei Minuten dauert es, bis man einmal durch die Anlage geflogen ist, keine Kleinigkeit für unsere 3D-Experten – vor allem, weil die Maschine erst im Rohbau existierte. Ein ganzes Team war damit beschäftigt, anhand von Daten, Zeichnungen sowie hin und her geschickten Skizzen inklusive Kommentaren zu verstehen, wie die Anlage funktioniert und wie man das am besten darstellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie die Resonanz bestätigt: „Wir haben auf das Video viele positive Rückmeldungen von unseren Kunden bekommen“, meint Marketingleiter Thomas Klimpl „und zwar ohne dass wir dieses intensiver promotet hätten. Alle waren beeindruckt.“

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